Hochwasserkatastrophe in Freilassing
Zwischen Einsatznummer 62 und 286 prägte die Hochwasserkatastrophe 2013 unsere Arbeit wie kein anderer Einsatz zuvor. Der Starkregen Ende Mai führte zu einem massiven Pegelanstieg von Sur und Saalach. Während sich der Surspeicher bewährte, kam es an der Saalach unvorhersehbar zur Überflutung großer Stadtteile.
01./02. Juni 2013: Erste Alarmierung zur Sandsackbefüllung in Berchtesgaden. Noch während unserer Einsatzkräfte vor Ort waren, gingen in Freilassing die ersten Notrufe ein. Gegen 05:45 Uhr begannen die Einsätze im Heideweg – vollgelaufene Keller, steigende Pegel, überflutete Hauptstraßen. Vollalarm wurde um 06:15 Uhr ausgelöst.
Ein dramatischer Moment war die Sichtung einer Person auf der überfluteten B20. Trotz intensiver Suche blieb der Wasserrettungseinsatz erfolglos. Die Feuerwehr Freilassing übernahm fortan mit Partnerorganisationen die Evakuierung betroffener Anwohner – teils mit Booten, teils mit Helikoptern. Auch Bahnreisende mussten versorgt werden, da der Zugverkehr München–Salzburg eingestellt war.
Am 02.06. um 10:27 Uhr wurde offiziell der Katastrophenfall für Freilassing ausgerufen. Die zentrale Einsatzleitung wurde im Feuerwehrhaus eingerichtet. In den folgenden Tagen standen folgende Aufgaben im Mittelpunkt:
Rettung eingeschlossener Personen
Sicherung kritischer Infrastruktur (Klärwerk, Stromversorgung)
Freihaltung wichtiger Verkehrswege
Unterstützung der Bevölkerung bei Aufräumarbeiten
Zentrale Punkte waren die Errichtung eines Sandsack-Abfüllplatzes in Surheim, der Schutz der Staatsstraße 2104 durch die Bundeswehr, und die Verpflegung der Einsatzkräfte durch unseren Feuerwehrverein.
Ab dem 3. Juni gingen die Wasserstände zurück. Die Schäden wurden sichtbar: Rund 200 Keller standen voll Wasser und Heizöl, das kontaminierte Wasser musste fachgerecht entsorgt werden. Der Sportpark Badylon wurde so stark beschädigt, dass eine Sanierung nicht mehr wirtschaftlich war.
Unterstützung kam aus dem ganzen südostbayerischen Raum – von Feuerwehren, THW-Einheiten, Bundeswehr, BRK und vielen Freiwilligen. Die Bundeswehr übernahm Transporte des kontaminierten Kellerinhalts zur Sammelstelle bei der Lokwelt.
Am 12. Juni warnte die Feuerwehr öffentlich vor dem Betrieb holzbefeuerter Öfen, nachdem ein Einsatz in einer Wohnung am Heideweg zeigte, dass durch Heizöl verunreinigte Kachelöfen bei Inbetriebnahme gefährliche Dämpfe freisetzten. Der betroffene Ofen musste vollständig entfernt werden.
Besondere Auszeichnung: Für seinen mutigen Einsatz zur Rettung zweier Anwohner erhielt Christian Böhnke (FF Surheim) am 14. Mai 2014 die Bayerische Rettungsmedaille.
Der Katastropheneinsatz 2013 hat uns an unsere Grenzen gebracht – aber auch gezeigt, wie groß Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Engagement in unserer Region sind. Dieser Einsatz wird für immer Teil unserer Geschichte bleiben.
| Einsatzart | Technische Hilfeleistung |
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| Einsatzstart | 1. Juni 2013 05:45 |